Mantrasingabende

So läuft ein Mantrasingabend mit Stephan ab

Ankommen, Sitzen in Stille

Zu Beginn eines Mantrasingabends sitzen wir zunächst einen Moment in Stille, um den Alltag hinter uns zu lassen und uns ganz bewusst im Hier und Jetzt einzufinden.

Reinigung, Atemübung

Bevor wir singen, führen wir eine kurze PranayamaAtemübung zur Reinigung der drei Hauptenergiekanäle (indisch: Nadis, chinesisch: Meridiane) Ida, Pingala und Sushumna durch. Die einzelnen Phasen dieser Atemübung werden von mir erklärt und demonstriert. Die dabei praktizierte tiefe Bauchatmung massiert gleichzeitig sanft unsere inneren Organe und bereitet uns in bester Weise auf das Singen vor, für das Bauchatmung ideal ist.

Freies Tönen

Nach der Atemübung erwärmen wir unsere Stimmen in einer Phase freien Tönens. Ich spiele meist einen stehenden Akkord auf dem Harmonium oder der Shruti-Box und wir summen, tönen Vokale oder intonieren improvisierte kleine Melodien. Unsere unterschiedlichen Atemvorräte führen automatisch dazu, dass immer Klang im Raum ist.

Klang ist Schwingung, Schwingung erzeugt Resonanz. Nach einiger Zeit fühlen wir, wie sich ein Klangfeld bildet, das uns untereinander und mit Himmel und Erde verbindet. Dieses Klangfeld kann sehr sanft, aber auch sehr dynamisch sein. Es ist keineswegs immer gleichmäßig harmonisch, sondern es gibt auch Phasen der Reibung und Disharmonie.

Wir können dieses Klangfeld singend erforschen und gestalten. Dabei ist es gut, auch die oberen und unteren Bereiche unserer Stimme zu erkunden.

Hörbeispiel Freies Tönen:

(Live gesungen in der Iseler Mühle, 2013)

Das Freie Tönen dauert unterschiedlich lange, je nachdem, wie es sich in der jeweiligen Situation ergibt. Eine Viertelstunde bis 20 Minuten sind durchaus normal.

Manchmal geht das Freie Tönen direkt in ein Mantra über, manchmal klingt es sanft aus und wir pausieren einen kurzen Moment.

Mantrasingen

Die Energie, die mit einem Mantra verbunden ist, stellt sich in der Regel beim intensiven Singen auch ein. Verschiedene Mantras adressieren verschiedene Aspekte von Energie, symbolisiert z.B. durch die Wesenheit, deren Namen gesungen wird. Es ist gut, nicht zu viele verschiedene Energien zu mischen.

Wir singen deshalb normalerweise nur zwei bis vier Mantras. Ich versuche darauf zu achten, dass die Energien zusammenpassen. Oft singen wir ein Mantra in verschiedenen Melodien und ergänzen dies durch neutrale, keiner bestimmten Wesenheit zugeordnete Mantras bzw. Kraftlieder.

Um wirklich tief eintauchen zu können, braucht es Zeit. Das Singen eines Mantras dauert bei uns daher mindestens 15 Minuten, meist 20 Minuten und länger.

Beim Mantrasingen empfiehlt es sich, möglichst loszulassen, sich dem Klang und dem Mantra hinzugeben und auf die Gefühle zu achten, die entstehen. Hingabe ist der Schlüssel.

Nach jedem Mantra machen wir eine kleine Pause, um in Stille dem Klang und dem Mantra in uns nachzuspüren.

Mantra-Texte »

Hörbeispiele »

Abschlussübungen

Das Mantrasingen öffnet unser Herz und unser Energiefeld. Damit die empfangene Energie bei uns bleibt und nach dem Singabend keine störenden Einflüsse von außen eindringen können, beenden wir das Singen mit einigen klassischen Qigong-Abschlussübungen (Schließen des unteren Dantians, „Waschen“ des Gesichts, Reiben der Nieren).

Wir bedanken uns beim Universum, bei einander und bei uns selbst und wünschen allen Wesen in allen Welten Befreiung, Licht und Liebe.

Ausklang

Wieder sitzen wir einen Moment in Stille. Manchmal erzähle ich noch eine Geschichte oder ein Gastmusiker spielt auf seinem Instrument.

Möge Dich die Energie des Mantrasingens in Deinem Alltag begleiten.